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TEUFELSABBISS
Succisa - Dipsacaceae


VON DEM KRAUT DESS TEUFFELSABBISS GENANNT.

    Der Teufelsabbiß hat eine runde und dicke Wurtzel/ die ist untenher gleich als ob sie abgefault oder abgebissen wäre/ doch hat sie noch viel Nebenwürtzlein/ gleich wie die Wurtzel des Baldrians./ welche auch undten an der mittlesten Hertzwurtzel abgebissen scheinen. Sonst vergleichet sich das Kraut dem gemeinen Scabiosenkraut/ die Blätter sind aber nicht zerschnitten/ doch etwas feister/ ein wenig rauhe/ von Farben schwartzgrün/ breiter/ einer Zungen nicht ungleich/ und geringsherum auf beyden Seiten ein wenig zerkerfft. In dem Heumonat wachsen von der Wurtzel herfür/ die runden nackenden Stengel/ die werden etwan anderthalb Ellen hoch/ darauf bringt es Purpurbraune/ zusammen gedrungene Blumen/ von vielen kleinen Blümlein rund zusammen gesetzt/ anzusehen wie ein rundes Hütlein. So dieselbigen außfallen/ welches im Ende des Augstmonats geschicht/ fliehet der Saamen darvon/ wie von den andern Scabiosenkräutern. Dieses Kraut wächst hin und wieder in den Hecken und Büschen/ auf dürren Wiesen/ ungebauten Feldern und in den Rödern oder abgehauen Büschen. II. Des gemeldten Krauts findet man noch ein ander Geschlecht. Die Wurtzel/ Kraut/ Blumen und Stengel/ sind dem jetztgemeldten durchaus gleich/ allein daß sie grösser und vollkommenlicher/ und die Blumen Schneeweiß sind. Dieses Geschlecht ist nicht gemein/ und wird selten gefunden. Es wächst gemeiniglich in den hohen Wälden im Waßgau/ sonderlich aber findet man dessen zimlich viel im Westerwald/ zwischen Dietz und Limburg. Es wird von wegen seiner Seltzamkeit in die Lustgärten gepflantzet/ darinnen es gleichwol nicht lang währet/ verdirbet bald/ und wil die Pflantzung wie andere wilde Gewächs nicht annehmen.

Von den Namen des Abbißkrauts.
    Es ist dieses Kraut Teufelsabbiß genannt/ ein rechtes und wahres Geschlecht der Scabiosen/ wie die gantze Gestalt und Form/ auch der Geschmack solches bezeuget. Die Alten haben dises auch wie die andern Scabiosenkräuter nicht beschrieben/ und hat seinen Namen bey dem gemeinen Mann von wegen der abgebissenen/ oder vielmehr abgefaulten Wurtzeln bekommen/ dann das abergläubisch Volck dafür haltet/ daß diese Wurtzel von wegen seiner fürtrefflichen Krafft und Tugend die sie hat/ von dem Teufel also abgebissen werde/ der dieses Kraut als ein abgesagter Feind des menschlichen Geschlechts gern hätte wollen verderben und vertilgen/ damit die Menschen der heilsamen Nutzbarkeit desselben möchten beraubet seyn/ und damit sie diesen abergläubischen Lügen ein Form und Schein geben/ bestätigen sie solches aus dem ORIBASIO, daß der Teufel mit dieses Krauts Wurtzel einen so grossen Gewalt getrieben habe/ daß die Mutter Gottes sich der Menschen erbarmet/ und dem Teufel seinen Gewalt genommen/ daß er hernachmals nichts mehr mit diesem Kraut schaffen möchte/ und von grossser Grimmigkeit/ daß ihm solcher Gewalt genommen wäre/ bisse er die Wurtzel dieses Krauts unten in der Erden ab/ welche noch auff diesen heutigen Tag also gebissen wachsen soll. Dieser Teufels Lügen geben noch viel Menschen Glauben/ und sonderlich die alten Weiber/ die mehrentheils zu dem Aberglauben mehr geneigt sind als gut ist. Dieweil nun das nichts neues/ und noch mehr Wurtzeln gleicher Gestalt wie diese Wurtzel untenher in der Erden abfaulen/ oder von den Würmen abgefressen werden/ halte ich nicht werth seyn/ solche Lügen und abergläubisch Teufelisch Gedicht zu widerlegen/ und die Zeit unnützlich damit zuzubringen. Es wird dieses Kraut von den Kräutlern/ Practicanten und Apotheckern/ aus oberzehltem Gedicht Lateinisch/ MORSUS DIABOLI, SUCCISA, und PRAEMORSA genannt. Hochteutsch/ Abbißkraut/ Anbißkraut/ Teuffelsbiß/ und Teuffelsabbiß.

Von der Natur/ Krafft/ Würckung und Eigenschafft des Abbißkrauts.
    Die beyde Abbißkräuter sind warmer und truckener Natur/ in dem zweyten Grad/ wie die Scabiosenkräuter/ deren Art und Geschlechter sie auch sind/ und mag Scabiosenkraut vor Abbiß/ und herwiederum Abbiß vor Scabiosenkraut/ innerlich und äusserlich gebrauchet werden.

Innerlicher Gebrauch des Abbißkrauts.
    Es wird von den erfahrnen und berühmtesten MEDICIS PRACTICIS, das Abbißkraut und Wurtzel höchlich gelobet/ wider die Fallendesucht/ derowegen sie dieselben täglich für diesen Gebrechen in ihren Recepten gebrauchen/ und wird sonderlich nachfolgender Tranck hierzu fast höchlich gepriesen: Nimm Abbißkraut mit der Wurtzel/ sauber gereiniget und gewäschen/ 4. Handvoll/ zerschneide die klein/ thue sie in eine bequeme Kante/ schütte darüber 1. Elsasser Maß guten weissen Wein/ verlutier den Ranfft der Kanten wol mit einem Rockenteig/ stelle dieselbige in einen Kessel mit siedendem Wasser/ und lasse die vier Stund in stäter Hitz darinnen sieden/ laß es darnach kalt werden/ und seihe den Tranck durch ein Tuch. Davon gib dem Krancken alle Morgen und Abend/ jedesmal 4. oder 5. Untzen warm zu trincken.
    Gemeldter Tranck dienet auch wider die Pestilentz/ wider den Schmertzen und Grimmen der Beermutter/ und zertheilet das gerunnen Blut im Leibe/ von stossen/ fallen oder schlägen verursachet/ und führet dasselbige aus.
    Das gerunnen Blut im Leib zu zertzeilen und außzuführen/ ist nachfolgender Tranck eine bewährte Artzney: Nimm Teufelsabbiß/ Hirtzzungenkraut/ Sinnau/ Güldenguntzel/ Egelkraut/ jedes 1. Handvoll/ Alantwurtzel/ Entzian/ Färberröhtwurtzel/ jedes ein Loht. Alle gemeldte Stück schneide klein/ thue sie in eine bequeme Kante/ und noch ferner darzu 8. Untzen Penidzucker/ darnach schütte 1. Elsasser Maß Weins darüber/ verlutier den Ranfft der Kanten beheb zu/ stelle die in einen Kessel mit siedendem Wasser/ und laß vier Stunden in einem stäten Sud darinn sieden/ wann es kalt worden ist/ so mache die Kanten auf/ und seihe es durch ein Tuch: Von diesem Tranck gib dem Krancken alle Morgen und Abend/ jedesmal vier Untzen warm zu trincken/ so führt er nicht allein das gerunnen Blut aus/ sondern er heilet auch alle innerliche Brüch und Versehrungen/ von fallen oder stossen verursacht.
    Der Wein/ darinnen Abbißwurtzeln gebeitzet woden sind/ getruncken/ vertreibt die Geschwulst der Brüste und heilet die Geschwär derselben.
Abbißwurtzeln zu Pulver gestossen/ und auf die anderthalb Quintlein auf einmal mit weissem Wein zertrieben und warm getruncken/ tödtet und treibet aus die Würm.
    Abbißkraut und Wurtzel 1. gute Handvoll/ in 24. Untzen Weins den halben Theil eingesotten/ darnach durchgesigen/ und zu dreymalen warm getruncken/ vertreibet allerhand Bauchflüß.
    Abbißwurtzel sauber gereiniget/ gewäschen und in Stück zerschnitten 10. oder 12. in einer Maß Weins gebeitzet/ und von dem Wein getruncken/ behütet den Menschen vor der pestilentzischen Vergifftung. Abbißkraut und Wurtzeln/ 2. Handvoll zerschnitten/ und in einer maß Wassers den dritten Theil eingesotten/ Morgen und Abend/ jedesmal 4. Untzen warm getruncken/ thut treffenliche Hülff die Pestilentz- oder Zinnblattern zu heilen.
    Wider das viertägige Fieber: Nimm Teufelsabbiß mit Kraut und Wurtzeln/ Braunmänderleinkraut/ Ochsenzungenkraut und Wurtzeln/ alles grün und frisch/ gesäubert und klein geschnitten und gestossen/ schütt ein gebrannten Wein darüber/ der dreymal gebrannt ist/ daß er die Kräuter bedecke/ laß über Nacht stehen in einem wol vermachten Glaß/ des Morgens thue es in ein gläsinen Kolben und distillier es in BALNEO MARIAE ab/ behalts darnach wol vermacht. Von diesem Wasser gib dem Febricitanten viermal nach einander/ allwegen auf den Tag/ wann ihn das Fieber anstossen will/ jedesmal 5. oder 6. Loth zu trincken/ und lasse ihn darauf niderligen/ so wird ihme das Fieber nachlassen.
    Abbißwurtzel im Frühling gesamlet/ gereiniget/ gewäschen und gedörret/ ist eine edel und bewährte Artzney/ die Frantzosen/ Frantzosenflechten/ bösen schädlichen Grind von allerhand alte/ böse und flüßige Schäden zu heilen/ einen Tranck davon gemacht/ wie von der SARSA PARILLA, und denselbigen mit einer bequemen Diät und gebräuchlichen Evacuationen/ viertzig Tage lang getruncken/ allerdings wie wir hiebevor auch von der Scabiosenwurtzel Anregung gethan haben.
    Es wird auch dieses Kraut samt der Wurtzel höchlich gelobet/ alle gestochene/ gehauene und geschossene Wunden zu heilen/ derwegen dieses Kraut nicht ohne geringe Nutzbarkeit zu den Wundträncken/ von den rechtschaffenen CHIRURGIS gebrauchet wird/ und ist folgender Wundtranck in allen oberzehlten Wunden fast bewährt: Nimm Abbißkraut und Wurtzel/ 2. Handvoll/ Garbenkraut/ Pfaffenröhrleinkraut/ Buchmanelt/ Wasserbetonien/ Nagelkraut/ heidnisch Wundkraut/ Beyfuß/ Wintergrün/ Maßliebenkraut/ jedes eine Handvoll/ Odermenig/ Bruchsanickel/ rohte Bachmüntz/ Mäyblumenkraut/ Angelickwurtzkraut/ jedes eine halbe Handvoll/ Weißwurtzel/ Scabiosenwurtzel/ jedes 2. Loth/ Schwalbenwurtzel/ groß Klettenwurtzel/ jedes 1. Loth. Alle gemeldte Stück schneide klein/ vermische sie wol durch einander/ theile sie ab mit Gewicht in drey gleiche Theil/ nimm darvon 1. Theil/ thue es in ein bequeme Kante/ schütt darüber ein Maß frisch Brunnenwassers/ verlutier die Kante wol/ stelle sie in einen Kessel mit Wasser/ und lasse darinn vier Stunden in einem stäten Sud sieden/ thue sie darnach heraus/ und wann sie kalt worden ist/ so seihe den Tranck darvon. Von diesem Tranck gib dem Verwundten alle Morgen und Abend/ jedesmal 4. oder 5. Loth zu trincken/ biß daß er heil wird.
    So du aber den gemeldten Tranck gern bereitet mit dir führen woltest/ so nimm alle obgemeldte Kräuter und Stück/ thue die in ein VESICAM, schütte darüber 6. oder 7. Maß Wassers/ laß über Nacht stehen und beitzen/ des Morgens distillier 3. Maß darvon/ das behalt in einer gläsinen Fläschen wol vermacht/ so hast du ein köstlichen Wundtranck über ein Jahr zu gebrauchen/ kanst denselbigen mitführen in einem Feldzug/ oder wo du hin wilt.
    Wann du nun den gemeldten Tranck von grünen Kräutern und Wurtzeln bereiten woltest/ so must du alle Stück doppelt nehmen/ darnach Wasser darüber schütten/ und 3. Maß wie gemeldt davon distilliren. So ein Pferdt oder Roß ein trüb und dunckel Gesicht hat/ so schneide Abbißkraut und Wurtzel/ sauber zuvor gereinget und gewäschen/ gar klein/ und gib es dem Gaul unter dem Futter zu essen. Wann auch ein Gaul den Wurm hätte/ den Bürtzel von den Marställern und Roßärtzten genannt/ so gib ihme auch das Kraut und Wurtzel unter dem Futter zuessen.
    Sonst dienet das Abbißkraut und Wurtzel wider alle innerliche Gebrechen/ wie die der Ordnung nach hiebevor von der Scabiosen erzehlet sind/ und mag auch je eins vor das ander im Nothfall genommen werden.

Eusserlicher Gebrauch der Abbißkräuter.
    Abbißwurtzel gesäubert und klein geschnitten/ eine gute Handvoll/ in drey ächtmaß Wassers zum halben Theil eingesotten/ und mit der durchgesigenen Brühe den Halß zum öffteren warm gegurgelt/ ist ein besonder Experiment wider das sorgliche Halßgeschwär ANGINAM, dann es hilfft sehr bald. Es dienet auch sonst wider die Geschwulst der Mandeln.
    Abbißwurtzel frisch gestossen und wie ein Pflaster übergelegt/ vertreibet die blauen Mähler von untergerunnenem Geblüt/ deßgleichen auch die Streichmasen.
    Das frisch Abbißkraut mit der Wurtzel/ mit ein wenig Saltz gestossen/ und wie ein Pflaster über die Zinn- oder Pestilentzblatter gelegt/ tödtet und heilet dieselbige.
    Der außgepreßte Safft aus dem Abbißkraut/ mit einem wenig weissen gestossenem Vitrill oder Gallitzenstein vermischet/ heilet die Flechten und Zittermähler/ so man die des Tages etlichmal damit anstreichet.
    Abbißwurtzel den Rossen angehenckt/ hilfft wider die Dunckelheit und Trübe der Augen/ und machet ein hell und klar Gesicht.
    Wann ein Roß gebrochen ist oder gedruckt worden/ so wäsche den Schaden mit Abbißkrautsaft/ oder wann es im Winter und du das Kraut nicht haben köntest/ so nimm das aufgedorte Kraut/ seude das in Wein und wäsche das geschädigte Ort darmit/ darnach streue gestossenen Gerberloh darein/ oder ungelöschten Kalck. Abbißkraut mit der Wurtzel in Wein oder Wasser gesotten/ und die faulen Wunden oder Schäden damit gewäschen/ reiniget und heilet dieselben.

Abbiß gedistillirt Wasser.
MORSUS DIABOLI AQUA STILLATITIA.

    Die beste Zeit das Abbißwasser zu distilliren/ ist im Ende des Heumonats/ das Kraut mit der Wurtzel/ Stengel und Blumen/ gesamlet und klein gehackt/ darnach sänfftiglich in BALNEO MARIAE abgezogen/ folgends wieder zu einer jeden Maß des obgemeldten Krauts mit aller Substantz groblecht zerstossen/ 4. Untzen genommen/ und einen Tag und Nacht in einem warmen BALNEO MARIAE miteinander erbeitzen lassen/ darnach wie vom Scabiosenwasser gemeldet/ zum andernmal abgezogen/ so hat man ein sehr kräfftig Wasser. Innerlicher Gebrauch des Abbißwassers.
    Abbißwasser ist kräftig wider die Fallendesucht/ raumet die Brust und Lungen/ machet weit um das Hertz/ vertreibet alle Verhinderung des Athems/ als das Keichen und hefftig Husten/ stillet das Stechen und den Schmertzen der Seiten unter den kurtzen Rippen/ zertheilet alle innerliche Apostemen. Es zertheilet und führet aus alles gerunnen Blut/ das im Leibe von schlagen/ werffen/ stossen oder fallen zusammen gelauffen ist/ Morgens und Abends/ jedesmal vier oder fünff Loth getruncken.
    Es wird auch das gemeldte Wasser wider die Pestilentz/ mit andern Stücken vielfältig gebrauchet/ sonderlich aber heilet es gewaltiglich die Zinnblattern/ so man dessen alle Morgen und Abend/ jedesmal 5. oder 6. Loth trincket/ und lässet darneben keine Vergifftung ds Hertz einnehmen.
    Wider die Pestilentz distillirt man auch ein köstlich Wasser von diesem Kraut/ das bereitet man also: Nimm Abbißkraut mit der Wurtzel gesäubert/ gewäschen und klein geschnitten/ 2. guter Handvoll/ Scabiosenkraut/ Tormentillkraut und Wurtzel/ Cardobenedictenkraut/ alles frisch gesäubert und klein geschnitten/ jedes 1. Handvoll/ frische gute Wecholderbeern zerquetscht oder groblechtig zerstossen/ 4. Untzen. Vermische alle gemeldte Stück/ thue sie in ein Glaß/ schütte einen guten kräfftigen Wein / darüber/ daß er die Kräuter und Wurtzeln bedecke/ stelle das Glaß dann wol vermacht hin in die Sonne/ und laß sieben Tage mit einander beitzen/ darnach distilliers mit sanfftem Feuer in einem gläsinen Zeug in BALNEO MARIAE, und bewahre es wol vermacht zum Gebrauch. Dieses Wasser ist in Sterbensläuffen bewährt/ den Menschen vor der pestilentzischen Contagion zu bewahren/ sintemal es das Gifft gewaltig von dem Hertzen treibet/ je über den andern Tag auf einen Löffel voll davon eingetruncken.
    Wann aber einer mit dieser Vergifftung inficiret wäre/ soll er nehmen des gemeldten Wassers 3. Untzen/ guten unverfälschten Theriack oder Methridat/ oder aber der Lattwergen vom gülden Eye/ 1. Quintlein/ guten Nägleinblumen- oder Ringelblumen-eßig/ 1. Loth. Diese Dinge soll er ordentlich zu einem Schweißträncklein vermischen/ und dem Krancken so bald es müglich ist auf einmal eingeben/ und ihnen zum wenigsten drey Stunden darauff schwitzen lassen/ so wird alle pestilentzische Vergiftung durch den Schweiß und Harn hinweg getrieben.

Eusserlicher Gebrauch des Abbißwassers.
    Das Abbißwasser ist ein edel und bewährtes Wasser/ wider den verschwollenen Halß/ und das sorgliche Geschwär ANGINAM, den Halß offtermals warm darmit gegurgelt. Man mag auch den vierdten oder fünfften Theil Maulbeersafft damit vermischen.
    Wider das Halßgeschwär ANGINAM, ein herrlich und bewährt Experiment: Nimm Abbißwasser/ 6. Untzen/ Scabiosen und Bethonienwasser/ jedes 3. Untzen/ Baumnüßsafft/ ROB. NUCUM oder DIACARYON genannt/ Maulbeersafft/ jedes 3. Loth/ gepülverten weissen Hundsdreck/ 1. Loth. Vermische solches wol durch einander/ und gurgel den Halß offt damit.

Abbißkraut-Saltz.
MORSUS DIABOLI SAL.

    Das Abbißkraut-Saltz/ wird aus dem Kraut/ der Wurtzel/ Stengel und Blumen des aufgedörrten und zu äschen gebrannten Abbiß/ künstlich außgezogen und bereitet/ wird auch gleichfals wie dasselbige/ zu denselben Gebrechen heilsamlich gebrauchet/ derwegen unvonnöhten ist weiter an diesem Ort davon zu schreiben.