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? EBENSTRÄUSSIGE MARGERITE ?
Chrysanthemum corymbosum - Compositae


VON DEM WUNDT-REYNFAHRN

    Der Wund-Rheinfarn ist nicht jedermann bekant/ hat eine zasechtige Wurtzel/ wie das Meterkraut/ die Blätter sind zinnlecht zerschnitten/ wie die Blätter des Rheinfarns/ die Stengel deren es etwan drey oder vier von einer Wurtzel herfür stosset/ sind rund/ einer Ellen lang/ deren ein jeder sich in drey auch bißweilen in vier Nebenästlein über der mitte austheilet. Am obern Theil derselben/ wie auch an dem Haubt-Stengel bringet es im Heumonat schöne weisse Blumen/ inwendig mit einem geelen Apffel/ allerding anzusehen wie die Blumen des Meterkrauts/ ausgenommen daß sie schöner und grösser sind. Es wird dieses Gewächs nicht allenthalben in unserem Teutschland/ im Altzeergau aber zwischen der Churfürstlichen Stadt Altzey und Ingenheim/ deßgleichen um Obernheim und bey dem Dorff Haseloch/ wird es in ziemlicher Menge neben den Strässen auff den graßechtigen Wegen und Rechen gefunden/ ist ein sehr schön Gewächs und lustig anzusehen/ aber es hat keinen Geruch. [Dieses findest du auch beschrieben oben in der ersten Sect. im 7. Cap. für das vierdte Geschlecht des Rheinfarns.

Von den Namen des Wund-Rheinfarns/ deßgleichen von seiner Natur/ Krafft/ Würckung und Eigenschafft.
    Der Wund-Rheinfarn hat einen zusammenziehenden Geschmack mit einer truckne/ wird heutigs Tages als ein unbekannt Kraut in der Artzney nicht gebrauchet. Es wird von dem gemeinen Bauersvolck/ Guntzel-Rheinfarn oder Wund-Rheinfarn genannt/ das ist/ CONSOLIDA FILICIFOLIA. Ich habs TANACETUM LEUCANTHEMUM getauffet/ von wegen der schönen weissen Blumen. Etliche Kräutler nennen es TANACETUM INODORUM. [Englisch/ UNSAVORIS TANSIE.] Das Bauersvolck im Altzeyergau/ die brauchen das Kraut zu den Wunden und Schäden/ sieden es in Wein/ säubern die Wunden damit/ und legen das Kraut wie ein Pflaster über/ das soll die Wunden und Schäden schnell heilen. Weiter haben wir von diesem Kraut nichts erfahren.