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MALZ

 


 

 

VON DEM MALTZ.

 

            Das wir Teutschen Malt nennen/ unnd die Lateinischen MALTUM oder MALTA, welches wort sie von dem Teutschen Nahmen Maltz entlehnet haben/ das wirdt Griechisch von dem Griechischen Artzet AETIO genannt/ dann die alten Griechen nichts darvon geschrieben haben/ sintemal solches jhnen unbekannt gewesen ist/ unnd wird auß der Gersten gemacht/ darwegen wir auch nicht haben wöllen underlassen hie an diesem Orth nach der Gersten desselbigen meldung zu thun. IANUS CORNARIUS hat das wörtlein BYNE bey dem AETIO, HORDEUM MADEFACTUM, QUOD GERMEN EMISIR, verdolmetschet/ das ist/ naßgemachte oder geweychte Gersten die Keymen gestossen hat/ dieselben bereytet man also: Man weycht die Gerst in Wasser biß sie auffquillet/ darnach leget man sie auff ein Kornboden/ lässet die trucken werden/ wendet sie täglich biß sie anfengt Keymen zu stossen/ darnach wird sie an einem bequemen ort da man ein besondern Ofen hat künstlich durch das Fewer getrucknet/ und das sonderlich Winterszeit/ wiewol auch bißweilen Sommerszeit auff einem getäfelten Boden/ sonderlich aber in den Hundstagen/ da man es fast dünn auff den Boden strewet/ und es deß Tags offt wendet biß es gar trucken wird/ solchs wird heutigs Tags den mehrentheil zum Biersieden gebraucht.

 

Von der Natur/ Krafft/ Wirckung und Eygenschafft deß Maltzs.
            Das Maltz hat eine truckne Eygenschafft/ unnd bekompt ein wärmende Krafft durch die bereytugn/ doch ist die Maltz von Natur mehr zu wärmen geneigt die durch das Feuwer getrucknet wird/ unnd bekompt Wärmbde im Anfang deß ersten Grads.

 

Gebrauch der Maltz in der Artzeney.
            Die Maltz wird innerlich nicht in der Artzeney gebraucht/ dann allein zum Bier sieden/ warzu nu dasselbige dienen/ wird im nechstfolgenden Capitel neben dem gebrauch deß trinckens angezeigt werden.
            Gerstenmaltz in einer Pfannen uber dem Feuwer geröscht/ heiß gemacht und in ein Säcklein gethan/ vertreibt den schmertzen und die krimmen deß Bauchs/ warm ubergelegt.
            Ein Pflaster von Maltzenmeel gemacht unnd uber den gantzen Bauch gelegt/ verzehret die Geschwulst der Wassersucht.