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BREITBLÄTTRIGES LASERKRAUT
Laserpitium latifolium


VON DEM MASSILISCHEN LASERKRAUT

Heutiges Tages hat man auch ein newes unnd ander Geschlecht deß Laserkrauts funden/ das soll allein in Massilien vor sich selbst ungepflantzet wachsen/ deßgleichen auch in etlichen Orten in der Provintz Franckreich unnd Languedocken/ das hat ein grosse lange äschenfarbe Wurtzel/ die ist jnwendig weiß und voll hartziges Saffts oder GUMMI, die ist feyst/ und eines guten lieblichen Geruchs/ unnd eines scharpffen Geschmacks auff der Zungen. Die Stengel seynd den Stengeln deß Fenchels/ oder dem Kraut FERULAE ähnlich/ mit Knöpffen oder Gleychen/ die haben Nebenzweyglein/ auff welchen/ wie auch an den Hauptstengeln/ breyte Cronen wachsen wie Schatthütlein/ dem Dillkraut ähnlich. Der Samen wird gross/ leicht/ dünn und breyt/ wie der Samen deß Liebstöckels oder ANGELICA, von Farben grüngeel/ eines fast lieblichen und anmütigen Geruchs. Dieses Laserkraut ist noch sehr seltzam/ dann ichs noch nicht grün gesehen. Die Bletter vergleichen sich etlicher massen dem Eppichkraut/ sind doch lenger/ und nicht so tieff zerschnitten. Es wirdt nunmehr auch in die Lustgärten gepflantzet/ wie ich dann vernimb/ daß es Herr Johann Boysot in seinem Garten bekommen haben soll/ dessen ich auch von jhm gewertig bin. Es hat dieses Kraut noch kein sondern Gebrauch in der Artzeney/ dieweil es noch unbekannt ist/ die Zeit wird seine Krafft und Tugend auch an Tag bringen.