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ARNIKA 2
siehe auch Arnika


VON LUCIANSKRAUT

    Das (l.) Kraut DAMASSONIUM beschreibet DIOSCORIDES LIB.3.CAP.160. dass es Bletter habe dem Wegrich ähnlich/ allein dass sie schmäler seyn/ unnd gegen der Erden gebogen: Die Wurtzel sey der schwartzen Nieswurtz etwas gleich/ ein wenig feyst/ zanger und eines guten Geruchs/ auss welcher ein schmaler stengel wachse/ mehr dann Elenbogen lang/ an welchem dünne weisslechte Blumen herfür kommen: MATTHIOLUS/ saget dass es goltgelbe Blumen trage/ unnd seine Bletter seyn etwas schmäler und weycher dann dess Wegrichs Bletter. DODONAEUS schreibet/ der Sam sey dünn/ lang unnd schwartzlecht. (Von diesem Kraut wirdt auch gehandelt oben in der ersten Section dieses Buchs am 22. Capitel unter dem Namen Mutterwurtz.)
  
 ll. Das ander Geschlecht ist dem ersten fast gleich/ seine Wurtzel ist länger und zasecht: Die Bletter sindt kleiner/ stehen mehrtheyls unten am Stengel/ liegen auff der Erden aussgebrytet/ der Stengel ist schmäler und etwas härig: Die Blumen wachsen etwas grösser/ welcher Blettlein zerkerfft seyn.
  
 Sie wachsen in nassem feuchten Erdtreich/ auch in feuchten Wälden: (in Böhmen/ umb Nürenberg und Helmstat/ blüen im Junio.

Von den Namen
    Lucianskraut wirdt auch genennet Waldtblume: Lateinisch DAMASSONIUM, ALISMA, CHRYSANTHEMON LATIFOLIUM, PLANTAGO, ALPINA. Die Schweitzer nennen es Mutterwurtz. Teutsch wirdt es auch genennet Engeltranck. (CAMERARIUS nennet es Laugenkraut/ Johanneskraut.)

Von der Natur/ Krafft/ und Eygenschafft dess Lucianskraut
    DIOSCORIDES schreibet/ die Wurtzel seye am Geschmack scharpff/ muss derowegen warmen unnd truckener Natur seyn.
  
 (Diss Kraut/ unnd fürnemlich die Wurtzel/ wärmet unnd macht dünn/ mit einer geringen zusammen Ziehung.)

Jnnerlicher Gebrauch
    Ein Quintlein dieser Wurtzel oder mehr mit Wein getruncken/ ist gut den jenigen so von einer Kröten gebissen seyn/ oder OPIUM gessen haben.
    (Es meldet CAMERARIUS, dass die Bawren dem Viehe gesotten zu trincken geben/ wann sie vermeinen dass sie etwas vergifftes gessen haben.)
    Auff gleiche weiss gebraucht ist sie gut wider das Grimmen/ oder Darmgicht. Wie solches DIOSCORIDES bezeuget. (Dienet auch wider den Gebresten der Mutter. Das Kraut stopffet den Stulgang/ treibt die Monzeit.
  
 Man braucht auch das Kraut zu Pulver gestossen und eingegeben dem Viehe/ wann sie nicht essen können.)

Eusserlicher Gebrauch
    Das Kraut wie ein Pflaster auffgelegt/ sänfftiget die Geschwülst. Jst sonsten gar nicht im Gebrauch der Artzeney/ wie auch DODONAEUS bezeuget.