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VON DER HEYLWURTZ ASCLEPIO, ODER
PANACE ASCLEPIO.

    Die Heylwurtz mit dem Zunammen ASCLEPIUM genannt/ hat ein schmale/ kleine und weisse Wurtzel/ der Stengel ist gleychechtig und schmal einer Ehlen lang/ der ist gerings herumb mit kleinen/ schmalen und tieff zerspaltenen Blettern besetzt/ die seynd dem Fenchelkraut ähnlich/ seynd doch etwas grösser und haarechtiger/ eines starcken unnd ziemlich wolriechenden Geruchs. Jn dem Obertheil deß Stengels/ wie auch an den Nebenzweyglein/ hat es schöne Crönlein wie Schatthütlein/ die blühen Goldtgeel/ eines starcken Geruchs. Es ist auch dieses Gewächß in unserm Teutschland ein frembder Gast/ dann es wächst so viel mir bewust nicht von sich selbst darinn/ unnd muss in den Gärten wie andere frembde Gewächß gezielet und gepflantzet werden. Jn Apulien und andern heissen Landen/ wächst es uberflüssig von sich selbst/ daher man es heutiges Tags wol bekommen kann.

Von den Namen dieser Heylwurtz ASCLEPII.
    Die gemeldte Heylwurtz soll der AESCULAPIUS erfunden haben. Lateinisch/ PANACES AESCULAPII, PANACES ASCLEPIUM, und PANAX ASCLEPIAS.

Von der Natur/ Krafft/ Wirckung und Eygenschafft der Heylwurtz ASCLEPII.
    Die Heylwurtz ASCLEPII ist warmer und truckener Natur/ wärmet aber und trucknet weniger dann die Heylwurtz PANAX, darvon wir im anfang dess x.Capitels meldung gethan haben. Sie ist warm im zweyten unnd trucken in dem end deß letzetn Grads/ ist heutiges Tags wenig im Brauch/ sintemal sie nicht vielen bekannt ist.

Der Gebrauch der Heylwurtz ASCLEPII.
    Die Blumen unnd der Samen (spricht DIOSCORIDES) klein gestossen/ mit Honig vermischt und ubergelegt/ seynd gut wider die umbgsich fressende Geschwer/ so das gesunde Fleisch verzehren. Auch heylen sie die Brodgeschwer/ PANOS genannt. Wider die Schlangen seynd sie gut mit Wein getruncken/ und mit Baumölen vermischt und ubergeleget.