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STINKASANT, TEUFELSDRECK
Steckenkraut:
Ferula assa-foetida - Umbelliferae


VON DEM LASESRE ODER LASERPITIO DIOSCORIDIS.

Keine Abbildung

    Dieweil wir im nechstgemeldten Capitel den Liebstöckel beschrieben haben/ der ein wahres Geschlecht LASERPITII ist/ so haben wir auch nit underlassen wöllen/ den LASERPITIUM DIOSCORIDIS hernach zu setzen/ und besehen was dieser Gemeinschafft habe mit dem Liebstöckel. Was das Gewächs deß LASERPITII DIOSCORIDIS wie er solches LIB.3. beschreibt/ anlangen thut/ so schlegt dieselbig mit unserm Liebstöckel sehr zu/ ohnangesehen/ daß wir es doch sonst für ein sonder Gewächs halten/ das doch dem Liebstöckel gleich/ und ein Geschlecht desselben seye. Wie wir dann auch das vor gewiß halten/ unnd daß je eines das ander in dem Geruch mit der güte und lieblichkeit ubertreffe. Dann der LASER CYRENAICUM eines sehr lieblichen geruchs ist/ so dagegen das SYRIACUM unnd MEDICUM ein stinckenden abscheulichen Geruch hat/ wie auß der beschreibung DIOSCORIDIS solches auch wol abzunemmen ist/ da er den wolriechenden Cyrenischen Safft oder Gummi von dem Syrischen und Medischen oder Syrisch unkräfftiger sey/ als der Cyrenisch/ unnd daß er einen stinckenden Geruch habe. Und beschreibt aber DIOSCORIDES sein LASERPITIUM mit folgenden Worten: Das Kraut SILPHIUM oder LASERPITIUM, wächst in SYRIA, ARMENIA und LYBIA, bringet einen Stengel den nennet man MASPETUM, und ist dem Stengel deß Krauts FERULAE ähnlich/ mit Blettern dem Eppich gleich/ und hat einen breyten Samen/ seine Wurtzel hat eine Krafft darmit sie wärmet. Auß dieser Beschreibung kann man leichtlich abnemmen/ daß unser Liebstöckel ein Geschlecht deß LASERPITII ist/ welches dann auch seine Kräfft unnd Tugenden genugsam beweisen/ daß er darvon nicht kann abgesondert werden. Was dann den Safft deß Cyrenischen LASERPITII, den man LASER CYRENAICUM nennet/ anlangen thut/ gibt die Wurtzel unsers Liebstöckels wann sie verwundet wird/ ein gleichen schönen braunen Safft/ der die Lücken deß Cyrenischen Lasers wol vertretten kan/ und were etwan besser/ daß man solche gute bekannte Ding brauchete/ dann daß man frembde unbekannte Ding in die Artzeney vermischt/ nicht ohne geringe Gefahr/ und könde mit besserm Gewissen und Sicherheit thun/ sintemal wir den rechten wahren LASER CYRENAICUM noch nicht gehabt/ dann das jenig/ so man heutiges Tages Benzui nennet/ und vor das recht LASERPITIUM biß daher ist fälschlich gehalten worden/ ist nicht ein Safft eines Krauts/ sondern ein Gummi/ das auß einem Baum fleust/ welches heutiges Tags so bekannt ist/ daß mans nit verneinen kann. Daß aber der recht Laser kein Gummi eines Baums/ sondern eines Krauts/ das bezeugen alle alte Lehrer. Dann DIOSCORIDES der spricht an obangezogenem Ort von dem LASERE weiter so: Auß dem Kraut SILPHIO wird ein Safft gesamlet/ welcher auch SILPHIUM oder LASER genannt wird: man verwundet die Wurtzel und Stengel deß Krauts/ darauß fleusset ein Safft/ den sammlet man wie sichs gebürt. Der beste Safft ist der/ welcher rotlecht/ klar/ durchsichtig und mit seinem starcken Geruch der Myrrhen ähnlich/ unnd nicht dem Leuchel/ am Geschmack süß/ der im Wasser leichtlich zerschmeltzet/ und darinn weiß wird. So jemands deß Saffts SILPHII CERENAICI ein wenig in den Mund nimpt/ unnd den versucht/ treibet er ein feuchtigkeit wie ein Schweiß uber den gantzen Leib/ mit einem sanfften unnd linden Geruch/ also daß der Mund dessen der jhn versucht hat nur ein wenig/ und nicht lang darnach schmecket.
   Der Safft aber deß SILPHII oder LASERIS, welcher in MEDIA und SYRIA wächst/ darvon er auch genannt wird/ ist viel unkräfftiger/ und hat einen stinckenden Geruch. Dieser Lasersafft wird gefälschet mit SAGAPENO, oder Bonenmeel/ zuvor ehe er trucken wird. Aber den Betrug befindet man bald mit dem Geschmack/ Geruch/ Gesicht/ und wann man den zerlasset.

Von dem Namen deß LASERPITII DIOSCORIDIS und deß Lasersaffts.
    Der LASERPITIUM heisset Lateinisch/ SILPHIUM und LASER, beyde das Kraut und der Safft. Der Stengel dieses Krauts heisset Lateinisch/ MASPETUM. Die Wurtzel Lateinisch/ MAGYDARIS. Es seynd etliche die den Stengel dieses Krauts sonderlich SYLPHIUM nennen/ die Wurtzel MAGYDARIM, unnd die Blätter MASPERA.
   Der Safft deß Cyrenischen Laserkrauts/ das wird Lateinisch/ LASER oder SILPHIUM CERENAICUM, LACHTYMA CYRENAICA, und SUCCUS CYRENAICUS geheissen. Dieser wird heutiges Tages nicht mehr zu uns gebracht/ unnd ist kein wunder/ sintemal man allbereit zu der zeit PLINII desselben mangel gehabt/ und jrren die derowegen nicht wenig/ die das wolriechende Gummi Belzoin oder Asant genannt/ biß daher vor den LIQUOREM CYRENAICUM fälschlich gebraucht haben/ darvon wir im dritten theil dieses Buchs weiter handlen wöllen. Und jrren alle die jenigen nicht/ die den hartzechtigen Safft unsers Liebstöckelswurtzel/ an deß rechten Cyrenischen Lasersstatt gebrauchen/ so seynd sie doch der Wirckung die jhme zugeschrieben werden gewiss.
   Der starck ubelriechend und stinckend Medisch oder Syrisch Laser/ heisset Lateinisch/ LASER MEDICUM, LASER SYRIACUM, SUCCUS SYRIACUS, SUCCUS MEDICUS, LACHRIMA SYRIACA, LACHRIMA MEDICA, LASER FOETIDUM, SCORDOLASARUM: NICOLAO MYREPSO, SCORDOLASARUM: ALEXANDRO BENEDICTO, OPOPARCHICUM OPOPARTHIA und SCORODOLASER. Von den gemeinen MEDICIS unnd den Apoteckern wird es geheissen ASTA FOETIDA, STÊRCUS und MERDA DAEMONIS. Hochteutsch/ Teuffelsdreck/ welche Namen es von wegen seines abscheulichen bösen gestancks bekommen hat.

Jnnerlicher Gebrauch deß Laserkrauts und Lasersaffts/ auss DIOSCORIDE.
    Die Wurtzel deß Laserkrauts gessen/ ist schwerlich zu verdäuwen/ und ist der Blasen schädlich.
   Die wurtzel eyngenommen oder getruncken/ widerstehet dem Gifft. Jn den Speisen oder Salsen vermischet/ macht daß sie dem Mund lieblich und angenem werden/ unnd machet einen guten Athem.
   Der Safft dieses Gewächs ist das allerkräfftigst/ darnach die Bletter/ zum letzten die Stengel.
   Der Safft ist scharpff und zanger/ unnd macht auffblehen. Mit Essig/ Pfeffer und Wein vermischt/ heylet den gebrechen ALOPECIAM, darvon das Haar außfellt/ angestrichen. Deßgleichen zu den Augen gebraucht/ macht er ein scharpff Gesicht/ und vertreibet die anfahende Starrfell der Augen.
   Dieser Safft ist gut wider die vergiffte Pfeyl/ und widerstehet aller gifftigen Thier Stichen und Bissen/ beyde eyngenommen/ getruncken/ und auch ubergelegt.
   Er hilfft der alten Rauheit und Scherpffe deß Schlunds und Halß. Jn Wasser zerlassen und getruncken/ vertreibet die schnelle uberfallende heisserkeit der Stimmen.
   Er machet denen ein hüpsche Farb/ die jhnen in der Speiß gebrauchen. Jn einem weychen Eye vermischt und eingetruncken/ ist er gut wider den Husten. Mit einer Brühe getruncken/ ist er gut wider die Brust- und Seitengeschwer.
   Mit Feygen eyngenommen/ vertreibet er die Geelsucht/ und ist auch gut wider die Wassersucht: mit Pfeffer und Weyrauch in Wein getruncken/ vertreibt die Kälte und Schaudern/ so die Leut ankommen/ in dem eyngang der underlassenden Febern.
   Er ist gut eyngenommen eines halben scrupels schwer wider den Krampff unnd Starrigkeit deß Halß/ wann einem das Haupt hindersich gezogen wird. Er ist gut getruncken wider die gerunnen Milch. Mit Pfeffer unnd Myrrhen getruncken/ treibet er die Monatblumen der Weiber. Er stopffet den Bauchfluss mit einem Traubenkörnlein eingenommen. Mit Laugen getruncken/ ist er gut wider den schnellen ankommenden krampff/ und wider die Brüche. Jn den Träncken zu gebrauchen/ soll der Lasersafft zerlassen werden/ mit bitter Mandelkernen/ oder Weinrauthen/ oder warmen Brot/ der Safft der Bletter vermag dasselbig auch/ aber viel ohnkräfftiger. Man jsset das Laserkraut mit saurem Honigsyrup (OXYMELITE) ein gute stimm darmit zu machen/ und die verlorne Stimm wider zu bringen. Man gebrauchet auch das Laserkraut in der Speiß mit Lattich anstatt deß weissen Senffs.

Eusserlicher Gebrauch deß Laserkrauts und Saffts/ auß DIOSCORIDE.
    Laserwurtzel mit Baumöle und Wachs vermischt unnd ubergelegt/ heylet die geschwer/ Beulen unnd Geschwulst/ die man STRUMAS und PANOS nennet.
   Laser mit Baumöle vermischt/ unnd wie ein Pflaster ubergeleget/ vertreibet die Streichmasen/ unnd das undergerunnen Blut.
   Die Wurtzel mit der Ciolwurtzelsalben IRINO, oder mit der Hartrigelsalb/ CYPRINO, vermischet/ senfftiget den schmertzen der Hüfft. Mit Essig gesotten/ in einer Granatöpffelschälen angestrichen/ vertreibt alle unnatürliche Knollen und Beulen deß Hindern.
   Lasersafft in die Zähn gesteckt/ oder mit Weyrauch in ein rein leinin Tüchlein umbher gebunden/ oder mit Ysop und Feygen in Wasser unnd Essig gesotten/ den Mundt damit gewäschen/ miltert und legt den schmertzen der Zähn.
   Dieser Safft ist gut in die Wunden gethan/ so von wütenden Hunden/ oder andern Thieren gebissen sind: er ist kräfftig wider die vergifften Pfeil/ unnd widersteht aller gifftigen Thier stichen unnd bissen/ beyde ubergeleget/ eyngenommen/ unnd getruncken: in Baumöle zerlassen/ ist gut wider der Scorpionen stich/ angestrichen.
   Der Lasersafft ist gut in die geschwer und schäden gethan/ die sich in das kalt Fewer oder den Brannt verwandeln/ davon die Glieder faulen und absterben/ wann sie vor mit einer Flieten auffgehawen sind/ dann er wehret daß der nicht weiter umb sich frist.
   Er ist auch gut allein vor sich/ oder mit Weinrauthen/ Bergsaltz unnd Honig vermischet/ wider die guten/ Carbunckel oder Zinnblatern/ wie ein Pflaster ubergelegt: mit Wachs/ oder dem jnnern Marck der Korbfeygen vermischt und ubergeleget/ vertreibet die harten Hornbeulen unnd Kräenaugen/ wann sie vor mit einer Flieten auffgehawen sind/ und gerings herumb auffgelöset. Mit Essig vermischt und angestrichen/ heylet die newen frischen Flechten oder Zitterschen.
   Das außgewachsene Fleisch und Nasengeschwer POLYPUS genannt/ sind leichtlich mit einer Scheren außzuziehen/ wann sie zuvor mit diesem Safft/ Vitrill/ unnd Spanisch grün/ durcheinander vermischet/ etliche Tage angestrichen worden seyndt.
   Lasersafft mit Honig vermischt/ wehret dem abgefallenen Zäpfflein/ und hebt es wider auff/ angestrichen.
   Mit Honigwasser zertrieben/ und damit gegurgelt/ vertreibt das Halßgeschwer/ ANGINAM. Mit Essig vermischt und gegurgelt/ ist er gut wider die Bluteglen HIRUDINES, die sich im Halß angehenckt haben.

Jnnerlicher gebrauch deß Teuffelsdrecks.
ASAE FOETIDAE.

    Es ist der stinckende Laser oder Teuffelsdreck bey den Jndianischen Völckern heutiges tages in grossem gebrauch/ nicht allein in der Artzeney/ sondern auch in der Speiß dieselbe darmit wolgeschmack zu machen/ unnd wiewol solches von wegen deß ubelriechenden Geruchs scheinet unglaublich seyn/ so bezeuget doch D. GRATIAS AB HORTO deß Königlichen Statthalters in Jndien MEDICUS, daß dasselbige gewiß/ und die Jnianischen Völcker/ einen sonderlichen Lust darzu haben/ und daß er auch selber solche condirte Speisen versuchet/ die er ziemlich wolschmeckend befunden/ doch nicht so fast als sie die Jndianer lobten/ so wöllen wir jhnen den Jndianern jhren gebrauch also lassen/ unnd fürter anzeigen/ warzu dieser stinckende Laser dienlich seye/ unnd was wir zu unser zeit davon neben dem jenigen so DIOSCORIDES anzeigt/ erfahren.
   Teuffelsdreck ein wenig abendts mit einem weychgesottenen Eye eyngetruncken/ dient wider das keichen und schwerlich athmen/ ASTHMA genannt.
   Teuffelsdreck i.quint. mit Wasser zertrieben/ und getruncken/ zertheilt die gerunnen Milch im Magen.
   Wider die Schädlichkeit der eyngenommenen Alraun/ und deß schwartzen Magsamensaffts/ OPIUM genannt/ mach folgendes berühmbtes Latwerglein: Nimb Teuffelsdreck/ Wechholterbeeren/ Bibergeyl/ jedes i.loth. stoß die zu einem reinen Pulver/ unnd mach mit ix.loth Honig ein Latwergen darauß. Darvon gib auff einmal einer Haselnuß groß mit Wein zertrieben.
   Teuffelsdreck unnd Bibergeyl/ jedes ein sechsten theil eines Quintleins durcheinander vermischt/ und ii. oder iii. Pillulen darauß gemacht/ unnd gantz verschlucket/ dienet wider die Erstickung und auffstossen der Mutter. Oder nimb ein quintlein mit einem halben quintl. Wildt Pastenachensamen klein gestossen/ unnd mit ein wenig Honig mach Pillulen darauß/ unnd gantz verschlucke.
   Oder nimb Teuffelsdreck/ guten Methridat/ vermische es durch einander/ darnach so mach PILULAS darauß/ unnd verschluck die gantz. So auch die Weiber die mit diesem Gebrechen stetig geplaget werden/ je zu iii. oder iiii. Wochen diese Pillulen einmal eynnemmen/ werden sie vor diesem Gebrechen behütet.
   Teuffelsdreck anderhalb quintl. mit einem Trüncklein weins zertrieben und getruncken/ mehret unnd fürdert die Mannlichkeit/ und bringt die Schwachen in diesem Werck wider zu recht.
   Teuffelsdreck jederweilen i.halb quintl mehr oder weniger/ je nach gelegenheit deß Menschen alters/ mit honig eyngenommen/ verhütet den Außsatz.
   Wider das viertäglich Fieber: Nimb Teuffelsdreck/ Weinrauthenbletter/ langen Pfeffer/ jedes ein halb Quintlein/ stoß zu Pulver/ und vermische es mit Honig wie ein Latwerg/ unnd nimb solches eyn zwo Stunden zuvor ehe dich das Fieber anstösset/ das magstu einmal oder drey thun/ biß daß du besserung befindest.
   Teuffelsdreck mit Essig zertrieben/ davon getruncken/ unnd sich damit gegurgelt/ treibt auß dem Leib und Schlundt die angehengten Blutegeln/ die etwan ohngefehr mit unreinem wasser hineyn getruncken werden.
   Wider die zerknitschung deß Mäußfleisches/ wo die am Leib seyn mögen/ gieb dem Krancken Teuffelsdreck mit Granaten safft zu trincken/ oder laß jnen denselben in ein Wachs wickeln/ und also einschlucken.

Eusserlicher gebrauch deß stinckenden Laser oder Teuffelsdrecks.
    Der Teuffelsdreck erwecket die schlaffsüchtigen so man jhnen den vor die Nasen haltet/ oder ein Rauch davon machet/ daß sie den in die Nasen ziehen mögen. Deßgleichen vor die Nasen gehalten/ kompt er den Weibern zu hülff die mit dem auffstossen und ersticken der Mutter geplaget werden.
   Vor das Zahnwehe: Nim Teuffelsdreck und weissen Weyrauch/ jedes gleich viel/ vrmischs durcheinander/ unnd leg es auff den schmertzhafftigen Zahn.
   Teuffelßdreck an Halß gehenckt und getragen/ sol ein gewisse Kunst seyn vor das Halßwehe/ das Zäpfflein und das Halßgeschwer ANGINAM als Zoar bezeuget.
   Es wirdt der Teuffelsdreck in dem Parlyß hefftig gelobt eingenommen/ in Salben und Gurgelwasser gebraucht. So man den eynnemmen wil/ sol man anderthalb quintl. in Wein zertrieben/ und zu trincken geben/ mit Weinrauthen und Pfefferpulver vermischt. Dieser Tranck nutzet allen Gebrechen der Nerven.
   Ein ander Artzeney vor das Parlyß: Nimb Teuffelsdreck unnd zerlaß mit Steinölen bey einem Kolfewrlein/ unnd thue darzu gepülvert EUFORBIUM, Bibergeyl und lebendigen Schweffel/ und ein wenig Wachs/ daß es ein linde Salb werde/ unnd schmiere die Puralytische Glieder darmit.
   Vor das Halßgeschwer ANGINAM: Nimb Teufelsdreck i.quintlein/ gepülvert Veyelwurtz i.loth/ vermischs wol in einem Mörser/ und mach mit Kölsafft ein MASSAM darauß/ darnach so fingier kleine Zeltlein darvon/ unnd nimb jederweilen eines under die Zung. So dann der Schlundt in diesem gebrechen zugeschwellen wölte: so nimb Teuffelsdreck/ gemein Saltz/ Riter oder Bergsaltz/ Myrrhen/ deß GUMMI AMMONIACI, Schirlingsamen/ jedes i.loth. mach ein Pulver darauß/ unnd blaß dem Krancken davon in den Halß.
   So die Weiber in schweren Kindsnöten ligen/ sollen sie an Teuffelsdreck riechen/ das erleichtert jhnen die Geburt.
   Teuffelsdreck mit gleichem theil gepülverten bibergeyls in Bibergeylölen so viel genug ist/ zu einem Sälblein temperiert/ und darmit das Männlich Glied gesalbet/ machet die Eheleut lustig/ und hilfft zu der Empfengnus.
   Alles Gifft auß den Wunden zu ziehen: Nimb Teuffelsdreck/ deß hartzechtigen Saffts Galbani/ jedes ii.Loth. thue diese Stück in ein Häflein/ schütte guten Weiessig darüber/ und laß uber Nacht stehen/ Morgens thu es in ein Pfännlein/ laß es uber Kolen zergehen/ darnach seihe es durch ein Tüchlein/ laß darnach widerumb umbsieden/ biß daß es ein dicke einer Salben uberkomme/ darnach thu darzu der Basiliconsalben vier Loth/ vermisch wol durcheinander/ und behalts zum gebrauch. So du nun vergiffte Wunden hast/ so lege diß Pflaster darüber/ das tödtet und zeucht auß alles Gifft. Wann das geschehen/ so heyle darnach den Schaden/ wie ein andere Wunde. Der Teuffelsdreck auch allein uber ein gifftige Wund gelegt/ thut dergleichen.
   Zu der außfallenden Mutter/ mach nachfolgende Mutterzäpfflein: Nimb Teuffelsdreck zwey Loth/ Cypressennüß/ Weyrauch/ Gallöpffel/ Mastix/ Myrthenkörner/ jedes ein quintl. Zerstoss alle Stück zu Pulver/ und mach mit Myrthenölen ein Teygleindarauß/ darvon mach Mutterzäpfflein/ nach deinem gefallen/ stoß in den vordern Leib/ zuvor mit Myrthenölen gesalbet.
   Zu den geschwollenen unnd auffgelauffenen Miltz: Nimb Teuffelsdreck/ deß GUMMI AMMONIACI, jedes zwey Loth/ die zerlasse in Essig/ unnd seihe sie durch/ laß darnach sittiglich sieden/ biß es wird wie ein Cerat/ so thue darnach darzu geschaben Wachs und Baumölen/ jedes zwey Loth/ laß zergehen/ rührs darnach biß es kalt wird/ das streich darnach auff ein Tuch/ und legs außwendig uber die Geschwulst,