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KORIANDER
Coriandrum sativum - Umbelliferae


VON DEM CORIANDER

    Es hat der Coriander ein weisse/ holtzechtige wurtzel/ die ist gleich wie die Wurtzel dess Aniss/ in der Artzeney untüchtig. Die ersten Bletter so es noch jung ist/ vergleichen sich den Blettern dess Peterleins oder Körffels/ die werden aber je lenger im auffwachsen/ je zinnlechtiger und kleiner. Der Stengel ist rund und krumb mit vielen Nebenästlein/ wann der zu seinem rechten Gewächss kompt/ wird er biss in die zwoer Elen hoch/ und bissweilen auch höher. Oben am ende dess Stengels unnd den Nebenästlein/ bekompt er viel schöner Kronen/ wie der Peterlein mit weissen Blumen. Darauff folget ein runder/ leichter Samen/ der ist inwendig hol/ der ist eins sehr guten lieblichen Geruchs/ so doch das gantze Gewächss dess Corianders sonst ubel stinckt/ wie die Wandläuss/ welches sich billich höchlich in der Natur zu verwundern/ das ein solch stinckend Kraut/ so einen wolriechenden lieblichen samen geben soll. Der Coriander wächset in etlichen Orten ITALIAE ungepflantzet vor sich selbst/ aber bey uns in Teutschland wird er in den Gärten gezielet/ und jährlich vom Samen aufferzogen. Umb Strassburg wird er in grosser menge gezielet/ also/ dass viel jhre Nahrung darvon suchen/ unnd denselben in den Messen und Jahrmärcken verkauffen/ der wird dann in andere Landschafften geführet.
  
Wann man aber den Coriander säen wil/ so ist der alte Samen dazu dienlicher/ dann je älter er ist/ je besser er dazu istdoch soll er nit verlegen/ schimmlich oder Wurmstichig seyn. Er mag wol allerley Erdreich leiden/ doch liebet er am meisten/ ein feyst und feucht Erdreich/ doch dass dasselbig in der Sonnen gelegen sey/ Dann der Coriander allwegen kräfftiger unnd besser wird/ der in freyer Sonnen/ dann der im Schatten gewachsen ist. Der soll im Herbst und Frühling gesäet werden/ doch gereth er viel besser/ wann man jhnen wo ein warm und heiss Land ist/ im Hewmonat/ in den temperirten Landen aber/ im Augstmonat/ und in den frostigen kalten Orten/ im Herbstmonat säet. Dieser Samen gehet am 25.Tag auff/ bissweilen auch etwas späther/ sonderlich aber wann der Samen frisch ist. Will man aber haben dass er bald auffgehe/ so muss man den Boden etliche Tag zuvor wol mit Misst tüngen/ und den Samen im Wasser weychen/ zum tüngen aber ist Schaff und Geyssmist am aller besten.
  
ll. das ander Geschlecht hat unden her schmälere und kleinere zerschnittene Bletter/ dann der jetztgemelte unser gemeine Coriander/ der Samen ist etwas vollsügiger und satter/ auch grösser/ wachsen je zwey und zwey Körnlein neben einander/ an Stielen die fast einer Spannenlang seyn. Der Same hat bey weitem keinen solchen lieblichen Geruch/ wie der gemein Coriander.wir wollen diesem frembden Coriander gern einen Platz in den Gärten lassen/ dass man den beschauwen und weisen könne/ aber unser wolriechender Coriander/ sintemal er denselben in der Güte und in den Kräfften weit ubertrifft/ soll er jm seinen Platz in der Apotecken nicht einraumen.

Von dem Namen dess Corianders
  
Es hat der Coriander seinen alten Namen biss daher bey den gemeinen MEDICIS und auch den Apoteckern behalten. Lateinisch/ CORIUM, CORIANUM, CORIANNUM,CORIANDRUM und COLIANDRUM.Hochteutsch/ Coliander/ Coriander unnd Wantzendill/ das ist/ CIMICUM ANETHUM,oder ANETHUM CIMICARIUM, dieweil das Kraut ein stinckenden Geruch hat wie die Wantzen.

Von der Natur/ Krafft/ Wirckung und Eygenschafft dess Corianders
   
Es hat der Coriander ein widerwertige Krafft unnd Natur/ derowegen auch die Lehrer in dem nit eins seynd/ dann etliche wöllen/ dass der Coriandersamen under die trücknende Artzeneyen solle gezehlet werden. Andere wöllen/ dass er eine Natur hab zu wärmen/ die dritten geben jhme ein kühlende Krafft und Wirckung zu/ wir aber halten/ dass der Coriandersamen wärmet und trucknet mit einer geringer Astriction/ und dass sich die wärmende Krafft erstrecke biss in den ersten Grad/ und die trücknende biss in den zweyten. Das grün Kraut aber Corianders/ hat eine Krafft zu kühlen/ ohn einige trücknende Eygenschafft/ welches dann beyde die tägliche Erfahrung und die Wirckung deren beyder bezeuget/ unnd dardurch die widerwertige Meynungen DIOSCORIDIS und GALENI, beyde bestehen mögen.

Jnnerlicher Gebrauch dess Corianders
    Alle alte und newe Lehrer stimmen in dem ubereyn/ dass so man dess Corianders zu viel brauche/ dass er die Menschen doll mache/ die Vernunfft beschädige/ und eine gifftige schädliche Natur in jhm habe/ wiewol AMATUS LUSITANUS in seinen COMMENTARIIS IN DIOSCORIDEM schreibet/ dass das Kraut dess Corianders täglich in Hispanien von den Eynwohnern in den Speisen/ und sonderlich in den Suppen ohn einigen Schaden gebraucht werde/ welches wir in seinem werth beruhen lassen/ dann er dergleichen viel mehr in gemelten COMMENTARIIS, wie auch in seinen CENTURIIS geschrieben/ das der Warheit zu wider/ dass es jhm kein glaubwirdiger Mann nimmermehr glauben wird/ sondern es vor ein Traum halten. Nun die vergiffte Art unnd Eygenschafft dess Corianders zu erkennen/ wo man dessen zu viel isset/ oder seines Saffts trincket/ machet er ein rauhe heissere Stimm unnd eine Unsinnigkeit/ der Trunckenheit ähnlich/ dann die solche eingenommen haben/ schwätzen unnütze schändliche Ding/ und man empfindet den Geruch dess Corianders bey jnen uber den gantzen Leib. Diesen nach dem sie mit Violenwurtzöl geräuchet/ das Gifft von sich gebrochen haben/ hilfft Wein allein vor sich/ und mit Wermuth getruncken/ dergleichen auch Baumölen/ und Eyer in sich zerbrochen/ zerstossen unnd mit Saltzwasser getruncken/ auch Saltzwasser allein vor sich getruncken/ und gesaltzen Hüner- oder Gänssbrühe. Jtem/ Bastardwein mit Laugen getruncken.
  
Wiewol nun aber der Coriander ein gifftige Scgädlichkeyt bey sich hat/ darmit er das Haupt beschweret und doll machet/ ist er doch nicht destoweniger von den alten Aertzten/ in stätem Gebrauch vor sich selbst/ und mit andern Artzeneyen vermischt/ ja auch in den Haupt unnd Hertzstärckenden Artzeneyen heylsamlich genützt worden/ und wird solcher noch heutiges Tages von allen berühmbten erfahrnen PRACTICIS in gleichen Gebrechen nützlich gebraucht/ dann der Samen viel unschädlicher dann das Kraut ist/ jnnerlich in Leib zu brauchen: Unnd wiewol von dem gifftigen Kraut dess Corianders/ dem Samen auch etlicher massen eine Schädlichkeit mitgetheilet wird/ die dem Haupt auch Schaden zufügt/ so haben doch die Naturkündiger dieser Sachen nachgedacht/ unnd diesem Samen seine Schädlichkeit also benommen/ dass er ohn einigen Schaden/ wie hernach folgen wird/ in vielen Leibsgebrechen ohn einigen Nachtheil/ heylsamlich beyde in der Speiss/ Tranck und Artzeney gebraucht wird. Das Kraut aber als ein gifftig und schädlich Kraut/ verwerffen wir mit allen gelehrten Aertzten zum jnnerlichen Gebrauch der Speiss und Artzeney.
  
Hier wöllen wir auch den Leser freundlich erinnert und vermahnet haben/ dass niemand keinen unbereyten Coriander in seiner Speiss/ Tranck oder Artzeney freventlich gebrauchen wölle/ sintemal denselbigen man in allen Apotecken zu jederzeit bereyt findet. Dieweil er aber jetzunder unsern Küchen/ als eine köstliche gute Teutsche Würtz gemein worden/ so bereyt denselbigen also: Nimb Coriandersamen von seinen Stielen/ Mill und Staub sauber gereiniget/ viel oder wenig/ nach deinem gefallen/ thue den in ein steinen oder jrrdin Geschirr/ schütte darüber einen guten scharpffen Weinessig/ dass der darüber gehe/ lass jhn darinn vier und zwantzig Stunden beytzen/ darnach schütte den Essig hinweg/ unnd lass den Samen wider trucken werden/ den heb darnach auff zum Gebrauch/ so hastu ein bereyten Coriander/ dem durch diese Beytzung alle Schädlichkeit benommen ist/ magst derowegen denselben ohne Schaden/ zu allen nachfolgenden Gebrechen/ nützlich gebrauchen.
  
Man pflegt auch heutigs Tags den bereyten Coriander mit dem Brotteyg ein wenig gebrochen/ zu vermischen/ und in das Brot zu backen/ welches Brot heylsamlich in vielen nachfolgenden schwachheyten mag gebraucht werden/ mit andern Speisen gessen. Aber eins muss ich hie menniglich warnen/ dass sie solches Brot/ darinn Coriander gebacken ist/ den Hunden nit fürwerffen/ dann wann sie dasselbig essen/ so werden sie gern tobich und unsinnig darvon.
  
Coriandersamen zu einem groben Pulver gestossen/ und mit gutem Weinessig vermischet/ und das Fleisch darinn gebeytzt/ haltet es lang frisch unnd gut/ dass es nicht stincken wird/ welches auch VATRO bezeuget/ und ist solches offtermals erfahren/ auch in der allerheissesten Sommerszeit.
  
Wann man gut wolschmeckend dürr Fleisch machen will: soll man nemmen Coriandersamen/ Wecholterbeern/ ein jedes ein gut theil/ nach dem man viel oder wenig eynsaltzen wil/ und das zu einem groblechtigen Pulver stossen/ darnach dess Fleisches ein Leg mit warmem Saltz eynsaltzen/ dess Pulvers darnach ein Handvoll darauff zedeln/ dann wider ein Leg Fleisches saltzen/ dess Pulvers auch widerumb ein Handvoll darauff zedeln/ und also auff ein jede Leg Fleisch dasselbige Pulver zedeln/ und seine Zeit im Saltz ligen lassen/ darnach in Rauch hencken/ so gewinnt das Fleisch ein fast anmütigen Geschmack/ unnd wird lieblich zu essen.
So du aber ein gut wolschmeckendes Sulperfleisch wilt machen/ so saltze das junge Stechkalbfleisch obgemelter massen eyn/ in kleine Fässlein/ wie die wildpret Fässlein/ unnd schlags darnach zu/ lass hin und her waltzen/ wie der Gebrauch ist/ das kanstu also uber Jahr behalten/ es ubertrifft weit das allerbest Wildpret. So man auch jung Schweine Frischlein also eynsaltzt/ die zuvor gesenget und nicht gebrühet worden/ schmecket es wie Schweinen Wildpret.
  
Die Speisen/ es seyen Suppen/ Brey/ Müsslein/ Fleisch/ oder andere die mit dem bereyten Coriander bereyt werden/ seynd denen fast dienlich/ die mit dem Schwindel unnd der fallenden Sucht/ oder andern sorglichen Hauptkranckheyten beschweret seynd. Jtem/ denen so Magenwehe von Blästen haben/ die mit dem Hauptwehe von auffsteigenden Dämpffen beladen seynd/ dessgleichen in allen Bauchflüssen/ in dem Samenfluss/ oder auch denen/ so der Samen dess Nachts im Schlaff in Venerischen Träumen hinweg lauffet/ darauff manchmal ein verzehrung dess Leibs folget. Es seynd alle Speisen die mit bereytem Coriandersamen zugericht werden/ in zeit dess vergifften Pestillenzischen Lufft sehr dienlich und gesund/ dann sie behüten den Menschen vor derselben vergifften Jnfection/ unnd stärcken das Hertz.
  
Der bereyt Coriandersamen vor sich selbst gebraucht/ vertreibet das Auffstossen dess Magens/ truckt nider die auffsteigende Dämpff/ stärcket die Gedächtnuss und den Magen/ vertreibet das undäuwen dess Magens/ leget den Hauptschmertzen/ von ubersich steigenden Dämpffen verursacht/ stärcket das Hertz/ nach der Speiss allwegen ein halbes Löffelein voll gessen. Sonst vertreibet er den stinckenden Athem/ macht ein wolriechenden Mund/ unnd verhütet den Menschen vor dem vergifften Lufft/ wie er dann darzu sonderlich von Auicenna hoch gelobt wird/ zu jederzeit ein wenig im Mund gekäuwet/ dann hinab geschluckt.
    Bereyten Coriandersamen wol im Mund gekäuwet/ unnd darnach hinab geschluckt/ vertreibet den unlieblichen stinckenden Geschmack dess Knoblauchs.
  
Vor den Schwindel der Weiber der etlichen zu kommen pflegt/ nach dem sie empfangen haben: Nimb bereyten Coriander ii. Loth/ gedörrte Küttenschnitz anderthalb Loth/ guten ausserlesenen Zimmet i. Loth/ Melissensamen ein quintlein/ Naterwurtzel/ roter bereyter Corallen/ Muschatblüth/ jedes ein halbes quintlein/ rote Rosen/ Kermesinbeerlein/ jedes ein drittheil eines quintleins/ gestossenen Feinzucker x. Loth. Alle obgemelte Stück stoss klein zu einem subtilen Pulver/ und schlags durch ein härin Sieblein/ darnach vermisch den Zucker wol darmit/ so wird es ein Treseney/ darvon soll das Weib allwegen nach dem Essen ein halbes Löffelein voll mit einem Bissen Brots in wein geweycht essen/ so wird jhre Frucht auch darvon gestärcket werden.
  
Vor alle kalten Gebrechen dess Haupts und das Parlyss zu verhüten/ so mach nachvolgende Treseney: Nimb bereyten Coriander i. Loth/ weissen Jngber/ Zimmatrinden/ Cubeben/ Pomerantzenschelen/ Galgan/ Rossmarinblumen/ langen Pfeffer/ Ackeleywurtzel/ Römischenkümmel ein Nacht i Essig gebeytzet und widerumb getrücknet/ Eychenmistel/ Betonienblumen/ Benedicten Rosenkörner/ Benedicten Rosenwurtzel/ Scharlachkraut/ rote Corallen/ jedes ein halb Loth/ dess Pulvers dess Confects DIAMBRAE/ Muschatenblüth/ Süssholtzsafft/ Muschatennüss/ Paradeysskörner/ Nägelein/ geschaben Helffenbeyn/ roten Sandel/ jedes ein quintlein/ Paradesyyholtz ein halb quintlein. Stoss alle diese Stück zu einem subtilen Pulver/ und schlöags durch ein härin Sieblein/ unnd vermisch darmit zwölff Loth gestossenen Feinzucker/ darnach behalts in einem verschlossenen Büchsslein zu der Notturfft. Darvon brauch allen Morgen und Abend/ jedes mal ein Löffel voll ii.stunden vor dem Essen/ und dess Nachts ii.stunden nach dem Nachtimbiss auch so viel.
  
Vor ein blöd erkalt Haupt: Nimb bereyten Coriander i. halb loth/ Melissen/ Basiliensamen/ Nägelein/ jedes ein halben scrupel/ das ist/ den sechsten theil eines quintleins/ getäffelten Rosenzucker iiii.loth. stoss alles zu einem reynen Pulver/ schlags durch ein Sieblein/ darnach vermisch den Rosenzucker fast reyn gestossen darunter/ und brauch davon ein halben Löffel voll gleich auff das Essen/ und trinck nichts darauff.
  
Coriandersamen der obgemeldter massen bereyt ist/ zu Pulver gestossen/ unnd eines Gülden schwer mit frischem Brunnenwasser getruncken/ wann man zu Beth gehen wil/ bringet ein sanfften Schlaff.
  
Bereyten Coriander zu Pulver gestossen/ und ein Löffel voll desselbigen mit wein getruncken/ vertreibet das sauwer auffröpsen dess Magens.
  
Ein quintlein gepülverten Coriander mit Wasser getruncken/ hilffet denen so der Mundt stätig sawer düncket seyn: Hilffet auch denen so CHOLERAM MORBUM haben/ das ist/ die da Reissen unnd schmertzen im Leib haben/ mit einem hefftigen Bauchfluss/ unnd darbey sich ohn underlass brechen unnd kotzen.
  
Vor den blöden erkalten Magen: Nimb bereyten Coriander anderhalb loth/ Zimmetröhrlein i.loth/ weissen Jngber/ langen Pfeffer/ schwartzen Pfeffer/ weissen Pfeffer/ Galgan/ Näglein/ jedes anderthalb quintlein/ Fenchel/ Anisssamen/ jedes iii.quintl. Saffran i.quintlein. mach alle diese stück zu einem subtielen Pulver/ unnd schlags durch ein reynes härin Sieblein/ darnach vermisch viii.loth gepülverten Feinzucker darunder/ und brauch allen Morgen ein halben Löffel voll mit einer gebäheten Schnitten Brodts in weissem Wein geweycht anderthalb Stundt vor dem Morgenessen/ unnd auch gleicher Gestalt vor dem Nachtessen.
  
Ein gute Speisswürtz/ in den Suppen unnd allen Speisen zu brauchen: Nimb bereyten Coriander anderhalb loth/ Zimmetrinden i.loth/ weissen Pfeffer/ schwartzen Pfeffer/ weissen Jngber/ Näglein/ Galgan/ jedes iii.quintlein. Saffran ein halbs quintl. Mach ein subtieles durchgeschlagen Pulver darauss/ behalts in einem verschlossenen Büchsslein zu obgemelden gebrauch. Diese Speisswürtz stercket unnd erwärmet den Magen und alle innerliche Glieder/ zertheilet und treibet auss die Winde/ unnd verütet vor dem Krimmen und Därmgegicht.
  
Bereyten Coriander zu einem subtielen Pulver gestossen/ durch ein Sieblein geschlagen/ und darvon genommen ii.untz/ unnd mit vi.untz verscheumpten Honig zu einem dünnen Latwerglein vermischt/ und allen Morgen unnd Abend iii.Löfflein voll darvon gebraucht/ ist ein gute und heylsame Artzeney den jenigen so mit seiten stechen unnd Apostemen behafftet seind/ dann es jhnen schnelle hülff beweiset.
  
Bereyten Coriander gepülvert/ unnd dess Pulvers i.quintl. mit Granaten unnd Balsammüntz Syrup eyngenommen/ vertreibt das Magenwehe so von vermischten feuchten der Gallen und dess Schleims seinen ursprung hat.
  
Bereyten Coriander zu Pulver gestossen unnd darvon ein quintlein mit ein wenig Saltz in einem herben oder sauwren Wein zertrieben/ darnach ein glüend eisen darinn abgelescht: und also getruncken/ vertreibt das Krimmen unnd Reissen in den Därmen/ treibet auch die Würm auss dem Leib.
  
Bereyten Coriander in Wasser gesotten/ darinn zuvor Feigbonen gesotten worden seyndt/ dess Morgens nüchtern/ dessgleichen auch dess Abends ein par stunden vor dem Nachtessen/ jedesmal ein Becher voll warm getruncken und darauff spaciren gangen/ treibet die Würm auss dem Leib.
  
Coriandersamen gepülvert/ unnd davon einem Kindt eines quintleins schwer/ mehr oder weniger nach dem das Kindt alt oder jung ist/ mit Granatensafft eyngeben/ tödtet die Spülwürm/ unnd ist eine liebliche Artzeney die gut eynzunemmen ist. Etliche geben den Coriander gleicher Gestalt mit Bastard oder süssen Wein eyn. Es hilfft auch der gepülvert Coriander wunderbarlich/ so man denselben den Kindern mit dem Essen vermischt/ unnd in den Speisen zu essen gibt/ das können die kleinen Kinder wol niessen/ sintemal es ein lieblichen/ anmütigen Geschmack hat/ und wol eynzunemen ist.
  
Gepülverten Coriander auff einmal eines Gülden schwer mit Bastard oder anderm süssen Wein eyngenommen/ bringet den Weibern den Monatblumen.
    XENOCRATES schreibet eine wunderbarliche Artzeney von dem Coriander/ dass wann ein Weib jhren Monatblumen zu viel hette/ und nimpt ein Tag dess Corianders ein Körnlein im Tranck eyn/ so stehe der Fluss einen Tag still/ unnd so sie zwey Körnlein trincke/ so verstopff sich der Blutgang zween Tag/ und so fort an verstopff er sich so viel Tag/ so viel sie der gemelten Körner eynnemme.
  
Vor die Ruhr ein gute Latwerg: Nimb bereyten Coriander zu einem subtilen Pulver gestossen ii.Loth/ roter geriebener Corallen ein halb Loth/ Quitten Latwerg/ rot Rosenzucker/ der zum wenigsten dreyer Jahr alt ist/ jedes ii.Loth/ Vermisch diese stück mit Küttensyrup so viel genug ist/ dass es werde in der dicke einer Latwergen/ das gebrauch Morgens und abendts/ jedesmal einer Castanien gross vor dem Essen.
  
Coriandersamen zu subtilem Pulver gestossen/ unnd mit vier theilen Küttensyrup vermischt/ ist eine heylsame Artzeney wider alle Bauchflüss/ und wider die rote Ruhr/ und sonderlich wider den Leberfluss.
  
Coriander zu Pulver gestossen und davon iii.quintlin oder ein Loth mit kaltem frischem Brunnenwasser zertrieben/ mit Zucker süss gemacht und getruncken/ stopffet den Samenfluss GONORRHAEAM, und hilfft denen so jhre Natur oder Samen im Schlaff entgehet/ vertreibet die Venerische Träum/ und ist denen eine gute Artzeney die Keuschheit gelobet/ unnd sich der fleischlichen Lüsten doch nicht enthalten können.
  
Vor die Schädlichkeit dess eyngenommenen verfelschten Bibergeyls/ ist nichts bessers dann nach dem der Mensch ein Bomitif gebraucht unnd sich weydlich erbrochen/ dann der bereyt Coriander/ den sol man zuvor wol rösten/ darnach zu Pulver stossen/ und so baldt immer möglich ii.quintlein davon eyngeben.
  
Coriandersamen mit Poleyenkraut/ jedes gleich viel zu pulver gestossen/ unnd ohngefehrlich eines Gülden schwer mit frischem Wasser zertrieben unnd getruncken/ nach dem sich der Mensch zuvor erbrochen hat/ ist ein gute heylsame Artzeney wider die vergifftung der eyngenommenen Alraun.
  
Dess Coriandersamen drey Körnlein dess morgens nüchtern vor der Sonnen Auffgang/ mit einem weych gesottenen Eye eyngenommen/ sol das dreytägig Fieber vertreiben. Man sol aber diese Artzeney nicht gleich im anfang gebrauchen/ sondern nach dem man es zuvor drey oder viermal gehabt hat. Dieses bezeugt auch der Poet MACER mit folgenden Versen:

Eusserlicher Gebrauch dess Coriandersamens und Krauts
    Das Coriander Kraut thut dem Haupt schaden von wegen seines abschewlichen Geruchs/ derowegen die/ so ein blödes Haupt haben/ sollen sich desselben enthalten/ sonderlich aber die so mit der fallenden Sucht beladen seyndt/ sollen den Geruch dieses Krauts fliehen/ dann derselbige erwecket diese Kranckheit.
  
Der aussgetruckte Safft dess frischen Corianderskrauts/ mit Rosenöle vermischet/ unnd wol durcheinander temperirt/ ist eine gute Artzeney vor die Entzündung und Rotlauffen auff den Häuptern der jungen Kinder/ dieselbigen Ort darmit gesalbet.
  
Der Safft von dem grünen Corianderkraut aussgepresst unnd mit weibermilch vermischet und durcheinander temperirt/ vertreibt den hitzigen Ohrenschmertzen/ darein gethan. Oder stoss grün Corianderkraut mit Wein/ truck den safft durch ein Tuch/ und netze eine Lambwoll darinn/ trauff damit in die Ohren/ unn stopff die Ohren mit derselbigen wollen zu/ es miltert den Schmertzen.
  
Frischer Corianderkrautsafft vor sich selbst/ oder mit ein wenig Essig in die Ohren getraufft/ tödtet die Würm darin.
  
Wann einem Wasser in ein Ohr gangen were/ und schmertzen daher hette/ der sol frischen Safft vom Corianderkraut dareyn trauffen/ es ist die beste Artzeney darzu.
  
Frischen aussgepressten Safft vom Corianderkraut mit Frawen Milch vermischet/ und in die Augen getrauffet/ und Tüchlein darinn genetzet/ unnd darüber gelegt/ miltert den schmertzen der Augen gewaltiglich.
  
Frisch geläutert Coriandersafft in die Augen getraufft/ nimmet hinweg und verzehret das uberentzig Fleisch darinn. Coriandersamen zu einem reynen subtilen Pülverlein gestossen/ und durch ein seiden Tüchlein geräten/ unnd darvon in die Augen gethan/ thut dessgleichen.
  
Vor die Geschwulst der Augen/ stoss grün Corianderkraut mit Frawenmilch/ und legs uber wie ein Pflaster/ das vertreibt die Geschwulst baldt/ unnd vertreibet auch die Dunckelheit der Augen.
  
Den Safft vom Corianderkraut frisch aussgeprest und geläutert/ iiii.Loth/ damit vermischt i.Loth guten Weinessig/ und die Augen darmit angestrichen und abgewäschen/ vertreibet die Geelsucht darinn.
  
Wann einem der Mundt stetig voll Wasser lauffet/ der stoss Coriandersamen zu einem subtilen Pulver/ temperier den mit Wein wie ein Sälblein/ reib die Zung darnach darmit/ das hilfft wol.
  
Corianderkrautsafft mit Bleyweiss/ Silbergleth/ Weinessig und Rosenölen vermischt/ und wol durcheinander temperirt wie ein Sälblein/ heylet die schupechtigen Flecken und Röte dess Angesichts.
  
Corianderkrautsafft von dem frischen Kraut aussgepress/ vertreibt die grünen und andere Flecken im Angesicht/ dieselbigen zum offtermal damit angestrichen.
  
Frischen geläuterten Coriandersafft mit dem vierdten theil Essigs vermischt/ und darnach mit dem Essig Syrup/ SYRUPO ACETATO RADICIBUS, ein weing süss gemacht/ vertreibet das sorgliche Halssgeschwer ANGINAM, offtermals warm damit gegurgelt.
  
Frischen aussgepressten Coriandersafft mit Rosenölen vermischt/ vertreibet die entzündung unnd geschwulst der Weiberbrüst/ Tücher darinn genetzt/ und warm darüber gelegt.
  
Corianderkrautsafft mit Bonenmeel zu einem Pflaster temperirt/ verreibt die harte Knollen unnd Brodtgeschwer PANOS genennet/ dessgleichen die harte Geschwulst/ Beulen unnd Geschwer/ so am Halss/ under den Achsen/ und bey dem Gemächt an das dicke der Schenckel wachsen/ STROMAE und SCROPHAE genennet/ auff ein Tuch gestrichen und wie ein Pflaster ubergeleget/ welches der Poet MARTIALIS auch mit diesen zweyen Versslein bezeuget.

    Bereiten Coriander zu Pulver gestossen/ unnd mit Breytwegerichsafft getruncken/ stillet das Nasenbluten.
  
Frischen aussgedruckten Coriandersafft mit Lattich unnd BreytWegerichsafft/ jedes gleich viel/ sampt einem Eyerweiss und Rosenölen so viel genug ist/ durcheinander geklopfft unnd temperirt/ ist ein treffentliche gute Artzeney zu dem Rotlauffen unnd andern dergleichen Entzündungen/ mit darinn genetzten Tüchern darüber gelegt. Diese Artzeney leget auch alle hitzige Geschwulst.
    Der Coriandersafft auch nur allein mit Essig vermischet/ und mit Tüchern darinn genetzt/ ubergelegt/ leschet das Wildtfewer oder Rotlauffen.
  
Coriandersafft mit einer Brossem Weitzenbrodts/ durcheinander gestossen und temperirt wie ein Pflaster/ legt eine jede eusserliche Hitz und Entzündung/ wie ein Pflaster ubergeleget. Dieses bezeuget auch der Poet HERBULARIUS MACER, mit diesen Versen:

    Gestossener Coriander mit Honig vermischt/ und temoeriret wie eine Salb oder pflaster/ verzehret die gifftigen Pestilentzblattrn/ auff ein Tuch auffgestrichen und ubergeleget. Andere machen auss dem gestossenen Coriander ein Pflaster mit Essig und Rosenöle/ und brauchens zu den gemeldten Blatern die mit zu leschen und zu vertreiben/ dann es sehr ein gute Artzeney ist.
  
Corianderkraut gestossen/ unnd mit frischem Buttern zu einem Pflaster temperiret/ das leget und miltert alle Schmertzen wo die am Leib seyn mögen/ auff ein Tuch gestrichen und ubergeleget.
  
Coriander zu Pulver gestossen/ und mit Roseinlein und honig ein Pflaster darauss gemacht/ und ubergelegt/ die resolviren und vertreiben alle geschwulst/ und ist diese Artzeney ein gewisses heylsames Experiment zu der Hoden Geschwulst/ welches dem Poeten MACRO auch nicht unbewust gewesen ist/ wie er solches mit folgenden Versslein bezeuget:

    Ferner dient auch treffentlich wol zu der Geschwulst der Hoden und Gemächt/ Coriander zu reinem Pulver gestossen/ und mit Honig und Rosenölen ein Pflaster darauss gemacht/ unnd ubergelegt.
  
Vor die Masen und Flecken der Schinbein von Stossen/ Schlägen oder Fällen/ stoss Coriander zu Pulver/ und temperir das mit Essig/ und legs uber wie ein Pflaster.
  
Vor den schmertzen dess Podagrams oder Zipperleins: nimb Corianderkraut zwey theil/ Rauten/ Mangolt/ Gerstenmeel/ und Saltz ein halb theil. Diese stück stoss und siede sie mit Trauffwein zu einem Pflaster/ unnd thue ein Löffel voll oder etliche Chamillenöle darzu/ so wirdt es nicht so baldt trucken/ und legs warm auff ein Tuch gestrichen uber/ es thut sehr wol unnd stillet den schmertzen.
  
Wann einem Rossz das Blut zu der Nasen herauss laufft/ das bringet jhm grossen schaden/ denselbigen zu verhüten und das Blut zu stillen/ so geuss dem Ross Corianderkrautsafft in die Nasen.
  
Grün Corianderkraut tödtet die Flöch unnd Wandtläuss/ so man das under die Küssen leget/ oder es in Meerzwibel Essig seudet/ unnd die Gemach darmit begeusset. Dergleichen thut auch wann man das Kraut in Wasser seudet/ unnd mit demselbigen Wasser die Gemach begeusset. So man auch die Leinwath/ Hembder unnd Hosen mit diesem Wasser wäschet unnd besprenget/ lässet es kein Floch darinn/ unnd tödtet auch die Läuss.
  
Ein ander Kunst die Flöch zu vertreiben: Nimb Corianderkraut ii.theil/ Holderbletter/ Wermuth/ jedes ein theil. Lass diese stück in Wasser sieden/ und begiesse die Gemach damit/ so sterben sie alle. Die Kleider mit dieser Kochung besprenget und gerieben/ tödtet auch Läuss und Nissen.
  
Coriander der nicht bereitet ist/ den siede in Wasser oder Laugen/ unnd wäsch das Haupt oder andere Ort/ da Käuse seynd/ dessgleichen die Kleider/ darinn dieses Ungeziffer ist/ das tödet Läuss und Flöch.
  
Wann Baumöl verdirbt und faul wird/ so nimb ein handvoll Corianderkraut/ und hencks ins Oele/ das widerhole unnd thu es offt/ biss es hilfft und das Oel wider gut wird.
  
Dass sich das Bier desto lenger halte und wolgeschmackter werde/ so sieden etliche in der brauhe Coriandersamen mit dem Hopffen. Es sol aber der Coriandersamen zuvor wie obgemeldet mit dem Essig bereitet sein/ sonst wird ein schädlicher tranck auss dem Bier werden/ der das Haupt mercklich letzen und die Leute doll und truncken machen würde.

Corianderzucker
CORIANDRUM SACCHARATUM, SEU SACCHARO OBDUCTUM

    Es pflegen die Apotecker den bereyten Coriander mit Zucker zu uberziehen/ unnd denselbigen auff zweyerley weiss unnd art. Den einen uberziehen sie mit vielem Zucker biss er so gross wird wie die Garten Erbsen/ den pflegt man gemeiniglich zu den Bancketen/ schlafftrüncken unnd Gastereyen zu gebrauchen. Den andern aber bereyten sie viel kleiner/ der wirdt in der Artzeney gebraucht/ unnd mit den groben Magenpulvern vermischet/ den nennen die Apotecker CORIANDRUM PRIMA TUNICA, dieweil er blösslich mit dem Zucker bedeckt wird. Dieser wird vor sich selbst allein zu den nachfolgenden Gebrechen heylsamlich gebraucht. Er stärcket das Haupt/ Hirn und Gedächtnus/ und vertreibt den Schwindel/ nach dem Essen ein halbes Löffelein voll gessen. Die sich vor dem Schlag besorgen/ die sollen den Corianderzucker nüchtern essen/ unnd auch ein wenig auff das Essen nach den beiden Jmbsen.dieses Confect tärcket auch den Magen/ vertreibet den stinckenden Athem/ legt das brechen und unwillen dess Magens/ er wehret den Unlust zur Speiss/ und dz sonderlich nach den Febern/ legt den schwangeren Frauwen das undäuwen/ widerstehet der Trunckenheit/ fürdert den Schlaff/ vertreibet das Magenwehe von Winden verursacht/ benimbt die unkeusche Gelüst/ unnd verzehret das Geyffern und ubrige Feuchten/ das ist/ wann einem das Maul voll Wasser und Speychel lauffet. Es behelt den Leib in guter Gesundheit/ vor und nach dem Essen genützt. Es beschleust den Magenmund/ und hilfft die Speiss wol däwen/ nach den Malzeiten ein halbes Löffelein voll gessen.

Coriandermeth
MULSA CORIANDRATA

    Es wird der Meth vom Coriander von dem MARCELLO EMPYRICO und NICOLAO MYREPLO, zu den Apostemen unnd Seitengeschwer PLEURITIS genant/ höchlich gelobt/ aber jhr keiner beschreibet/ wie derselbig zu machen seye: Doch welcher lust hat den zu bereyten/ der sol den bereten Coriander zuvor wol in Wasser sieden/ unnd zu acht theil desselben durchgesigenen Wassers ein theil in Honig thun/ darnach solches sittiglich zum halben einsieden lassen. Jm sieden soll mans wol verschäumen/ und wann es gesotten/ durchseigen unnd zum Gebrauch bewahren.

Gesotten Corianderwasser
CORIANDRI DECOCTIONIS AQUA

    Von dem bereyten Coriander/ pfleget man auch vor die Krancken ein gut Trinckwasser zu sieden/ das bereytet man also: Man nimbt dess bereyten Coriander i.Loth/ (sintemal der Coriander leicht ist/ und viel auff ein Loth gehet/) und seud es in einer geschraubten Fläschen in zwo Mass Wassers/ wie das Fenchelwasser auff die vier Stunden/ darnach wann es kalt worden ist/ so seihet mans durch ein Tuch/ und verwahrets in einem kühlen Keller zum Gebrauch. Etliche thun Zucker/ die andern aber thun Roseinlein darzu/ dz stehet nun zu eines jeden Gelegenheit. Dieses Wasser ist sonderlich dienstlich in allen Bauchflüssen/ und in dem Durchfluss dess Bauchs mit stätigem kotzen unnd erbrechen/ das man CHOLERAM MORBUM nennet. Es dienet auch in hitzigen Hauptkranckheiten/ unnd andern Gebrechen/ darinn der Wein zu trincken verbotten ist. Und mag in summa dieses Wasser in allen Schwachheyten an statt dess gesottenen Zimmatwassers getruncken werden/ welches vor die Armen/ die den Coriander besser bezahlen können als den Zimmat.

Corianderkraut gedistillirtwasser
HERBAE CORIANDRI AQUA STILLATITIA

    Es widr das Corianderkrautwasser wenig in der Artzeney gebraucht/ unnd allein zu etlichen eusserlichen Gebrechen/ dann jnnerlich zu gebrauchen/ ist es von wegen seiner schädlichen gifftigkeit nicht zu rathen. Dieses Wasser zu distillieren/ soll man nemmen das Kraut mit den Stengeln/ wann es in voller Blüth ist/ dieselbigen mit dem Kraut und Blumen klein hacken/ darnach in BALNEO MARIAE distilliren.
  
Corianderkrautwasser ist ein gute Artzeney zu dem klopffenden Augenwehe/ jederweilen ein Tröpfflein oder etlich in die Augen getreuffet: wird kräfftiger so man Weiber Milch darmit vermischt/ und leinine Tüchlein darinn netzet/ und lawlechtig uber die Augen legt.

Gedistillirt Coriandersamenwasser
CORIANDRI SEMINIS AQUA STILLATITIA

    AUSS DEM Samen dess bereyten Corianders kann man ein nützliches Wasser distillieren: Nimb dess bereyten Corianders acht Untz/ stosse den groblecht/ schütte darüber ein Elsasser Mass frisch Brunnenwassers/ lass mit einander vier und zwantzig Stund IN BALNEO MARIAE, mit einem blinden Helm versehen beytzen: darnach distilliers in einem gläsinen Kolben/ durch die Aschen mit sanfftem Fewer/ so hastu ein herrliches wolriechend Wasser/ das beyde den Geschmack unnd Geruch dess Corianders hat/ sonderlich wann es in der Sonnen wie bräuchlich rectificirt wird.
  
Dieses Wasser ist sonderlich dienstlich den Geschweren der Leber/ ein par Loth auff einmal mit einem andern bequemen Wasser vermischt. Sonst mag es auch zu vielen obgenanten Gebrechen mit andern Wassern vermischt werden/ sonderlich in Leib zu gebrauchen. Eusserlich aber kann mans nützlich zu den uberschlägen dess Hertzens und dess Haupts/ ¨mit andern bequemen Wassern vermischen.