2/231

GOLDREGEN
Laburnum-Leguminosae


VON BAUMICHTEM WIESENKLEE

    Dieser Klee ist ein staudechtiges Gewächs/ hat ein weisse lange Wurtzel/ welche tieff in der Erden kreucht auss welcher lange grüne Stengel herfür kommen/ etwas dünn/ zweyer Ehlen hoch/ in viel krumme Aestlein abgetheilet. Die Bletter erheben sich so baldt uber die Wurtzel/ welcher je drey beysammen an einem kleinen Stielein hencken/ unter welchen das mittelste als grösser ist/ dann die zwey andere/ oben ein wenig schartzgrün/ unten aber grüner/ bey nahe den Kleeblettern gleich/ allein dass sie kleiner und spitziger seyn. Am Giepffel der stengel erscheinen die Blumen an sehr kleinen stielen/ mit fünff oder sechs schönen goldtgelben Bletlein besetzt/ fast wie die kleine Ochsenzung/ allein dass sie kleiner seyn.
    Die Frucht ist rund/ erstlich grün/ darnach wird sie schwartz/ der Same ist breyt/ den Linsen gleich. DODONAEUS schreibet/ dass es im Niderlandt unnd anderswo in Gärten gepflantzet werde/ unnd blühe im Sommer. Der Same aber werde im Herbst zeitig.
    (Von diesem Kraut wird auch im ersten Buch in der vierdten Section am 25.Capitel under dem Namen Beerrauthen gehandelt.)

Von den Namen
    Diss Gewächs wirdt von DODONAEO TRIFOLIUM FRUTIFICANS genennet/ Teutsch Baumichter Wiesenklee. Von andern wird es genennet CYTISUS, oder TRIFOLIUM POLEMONIUM, wie darvon weitleuffiger zu lesen ist bey DODONAEO IN HISTORIA LEGUMINUM CAP.89.